Wozu führt das derzeitige Geldsystem?

Man nennt das derzeitige Geldsystem auch fraktionales Reservesystem. 

Verstärkt die Giralgeldschöpfung durch die Banken die
Konjunkturzyklen?

Ja. Da Banken neigen dazu in
Zeiten wirtschaftlicher Blüte zuviel und in Zeiten wirtschaftlicher Rezession
zu wenig Kredite, als für die Realwirtschaft nötig, zu vergeben.

Belastet diese Art von Geldschöpfung unseren Mittelstand, unsere
Umwelt und unsere Gesellschaft?

Ja. Der
Mittelstand ist in Zeiten wirtschaftlicher Rezession stärker betroffen als
nötig, da die Banken weniger Kredite an die Realwirtschaft vergeben.
Grossunternehmen mit hauseigenen Banken sind nicht so stark betroffen.

Die
Banken vergeben ihre Kredite auf Grund von kurzfristigem Profitinteresse. Das
ist mit Umweltschutz oftmals nicht vereinbar. Dazu kommt, dass die Politik in
Zeiten wirtschaftlicher Rezension dazu neigt, strengere Umweltauflagen zu
kippen, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Die
Zinsproblematik verstärkt gesellschaftliche Ungleichheit. Nur ein kleiner Teil
der Bevölkerung profitiert von den Zinsen, die Banken bei der Geldschöpfung
verlangen. Die Folge ist immer mehr Umverteilung von Arm nach Reich.

Kommt das Geld, das die Banken schöpfen, hauptsächlich in der
Realwirtschaft an?

Nein, das Geld, das die Banken
schöpfen, landet hauptsächlich in der Finanzwirtschaft.

Zu Beginn der 90er Jahre
belief sich das Bruttoinlandsprodukt der Welt auf ca. 23 Billionen USD. Zu
diesem Zeitpunkt gab es Finanzanlagen im Wert von 2 Billionen USD.  Im Jahr 2010 betrug das Bruttoinlandsprodukt
aller Staaten ca. 63 Billionen USD, während in der völlig unproduktiven
Finanzwirtschaft 600 Billionen USD angelegt waren. Innerhalb von 20 Jahren hat sich das Verhältnis
von produktivem Geld zu
unproduktivem  Geld von
10:1 auf 1:10 verändert.  

Der wichtigste Grund dafür: Viele
Finanzprodukte beinhalten einen hohen Anteil an Krediten, also von neu
geschöpftem Bankengeld. Das führt zu sogenanntem „leverage“ (=Hebelwirkung),
das große Gewinne ermöglicht, aber auch hohe Risiken birgt.

Verstärkt die Praxis der Giralgeldschöpfung die Assetpreisinflation
(Steigerung der Preise für Vermögenswerte wie Immobilien, Aktien, Rohstoffe)?

Ja. Diese Praxis führt zu Blasenbildung und
Assetpreisinflation. Die durch Kredite geschöpften Gelder vor allen der
Investmentbanken landen hauptsächlich in 
Aktien, Anleihen, Derivaten und Immobilien- und Rohstoffblasen.