Wissenschaftlicher Beirat

Ole Bjerg

Associate professor an der Copenhagen Business School. Autor einschlägiger Schriften, darunter Making Money (2014) und, zusammen mit der New Economics Foundation London, Making money from making money (2017), über den Extragewinn der Banken aus der Giralgeldschöpfung. Mitglied im Vorstand von Gode Penge, dem dänischen Pendant des Vereins Monetative.
Er sagt „Das Giralgeldregime der Banken ist eine Hauptursache heutiger Finanz- und Wirtschaftsprobleme. Das Kredit- und Schuldengeld der Banken verursacht wiederkehrend Instabilität, Ungleichheit und den Verlust an monetärer Souveränität. Ein Übergang zu Vollgeld ist unerlässlich.

Christian Gomez

1975-83 Professor für VWL; enge Kooperation mit Maurice Allais, dessen Version eines Vollreserve Bankensystems er fortführt. 1983-2011 Geschäftsführer der Société Générale in verschiedenen Bereichen (Anleihen, Aktien, Investmentbanking). Seine Kritik am Mindestreserve-System und sein Resumé eines Vollreserve-Systems finden sich unter Osons Maurice Allais.

Joseph Huber

Professor Em. für Wirtschafts- und Umweltsoziologie der Martin-Luther-Universität Halle. Sein Interesse an gesellschaftlichen Entwicklungsperspektiven hat sich unter anderem in den 1980/90er Jahren im Konzept der ökologischen Modernisierung niedergeschlagen sowie seit Mitte der 1990er im Konzept einer Modernisierung des Geldsystems unter dem Begriff Vollgeld auf der Grundlage einer fortgeschrittenen Geldsystemanalyse. Frühere Aktivitäten dienten der Wegbereitung ökologisch-ethischer Geldanlage. 2009 Mitgründer des späteren Vereins Monetative

Michael Hudson

Distinguished Professor an der University of Missouri, Kansas City. Finanzanalyst an der Wall Street. Wirtschaftsberater des Kongressabgeordneten und ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Dennis Kucinich. Er plädiert für die Beendigung des bestehenden Giralgeldsystems sowie auch für weitergehende Finanzmarktreformen.

Steve Keen

Professor für Makroökonomik und Finanzwirtschaft, Leiter der School of Economics, History and Politics der Kingston University, London. Postkeynesianischer Kritiker der Neoklassik. Inspiriert durch Minsky (Financial Instability Hypothesis im Gegensatz zu Gleichgewichtstheorie und Effizienzmarkthypothese), Fisher (Kredit/Schulden-Zyklus) und Schumpeter. In letzter Zeit beschäftigt er sich mit der Modellierung finanzieller Dynamik, die zu wiederkehrender Überschuldung bzw Finanzblasen führt.

Laurence J. Kotlikoff

ist Fairfield Professor für Finanzwirtschaft an der Universität Boston, Mitglied der American Academy of Arts and Sciences, Kooperant des National Bureau of Economic Research und Mitglied der Econometric Society. Er kandidierte als nicht parteigelisteter Write-in Kandidat bei den Präsidentschaftswahlen 2012 und 2016.
In 2010 publizierte er sein Konzept des Limited Purpose BankingDieses sieht vor, Banken in zweckspezialisierte mutual funds aufzuteilen (Fonds auf Gegenseitigkeit), darunter insbesondere auch cash mutual funds. Letztere wären nichts anderes als Kontoführungs- und Zahlungsdienstleister für Vollgeld-Transaktionen. Von daher setzt sich Kotlikoff für eine Vollgeldreform ein > „Sovereign money is equivalent to having cash mutual funds – first step in moving to limited purpose banking.

thomas Mayer

Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Forschungsinstituts, Köln. Ehemals Chefvolkswirt der Deutsche Bank Gruppe und Leiter von Deutsche Bank Research. Zuvor berufliche Stationen bei Goldman Sachs, Salomon Brothers, Internationaler Währungsfonds und Institut für Weltwirtschaft Kiel. Seit 2002 zertifizierter Chartered Financial Analyst. Finanz-Kolumnist der Frankfurter Allgemeinen. Seit 2015 Honorarprofessor der Universität Witten-Herdecke.
In seinem Buch Die neue Ordnung des Geldes. Warum wir eine Geldreform brauchen (2014) entwickelt er das Konzept eines Vollgelds als Aktivgeld. Dieses wird grundsätzlich als Aktivum geschöpft und bilanziert (als monetäres Asset), im Unterschied zum heutigen Passivgeld der Banken, das als Passivum zirkuliert (als Verbindlichkeit, als bloßes Versprechen auf Vollgeld). Zudem plädiert er für einen digitalen Euro in Ergänzung bzw. Nachfolge des Bargelds und eine Reform der Währungsunion.

MIGUEL Á. F. ORDÓNEZ

68ter Gouverneur der Spanischen Nationalbank und Mitglied des EZB-Rats von 2006 bis 2012. Zuvor Regierungsämter in Spanien, darunter Finanzstaatssekretär und Wettbewerbshüter, sowie Exekutivdirektor beim Internationalen Währungsfonds. 
Befürwortet eine Reform der Geldschöpfung i.S. einer Vollgeld-Perspektive, aktuell in Form eines digitalen Zentralbankgelds für den allg Publikumsgebrauch, auch digitaler Euro genannt. 
Neben seiner Regierungstätigkeit ist Ordónez auch als Autor einschlägiger Schriften hervorgetreten. 

Philippe Mastronardi

Prof für öffentliches Recht, insbesondere Verfassungslehre der Universität St.Gallen, Em. Zahlreiche Publikationen im Bereich Staatsrecht, Demokratietheorie und Rechtstheorie, darunter Verfassungslehre 2007. Die Geldordnung ist für ihn eine Frage von Verfassungsrang. Geldpolitik und bestimmte Finanzmarktfunktionen fallen als ’service publique’ unter die öffentliche Daseinsvorsorge. Deshalb hat der Staat die Erfüllung dieser Aufgaben nicht nur zu beaufsichtigen, sondern sie effektiv zu gewährleisten – nach Möglichkeit durch Rechtsvorschriften und geeignete institutionelle Arrangements.Befürwortet

Helge Peukert

Professor für Plurale Ökonomik an der Universität Siegen, zuvor am Lehrstuhl für Finanzwissenschaft und Finanzsoziologie der Universität Erfurt. Autor von Die große Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise sowie Das Moneyfest. Während die neoklassische Marktgleichgewichts-Orthodoxie zur Erklärung und Handhabung der Krise kaum etwas beiträgt, findet Peukert bei heterodoxen Ansätzen geeignete Anknüpfungspunkte – institutionalistische, systemisch-evolutive, historische, behaviorale u.a. An erster Stelle der von ihm vertretenen Finanzmarkreformen steht eine Reform der Geldordnung.

Bernd Senf

Professor für Volkswirtschaft der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, Em. Seither freischaffend mit Vorträgen, Seminaren, Workshops, Publikationen und der Begleitung zukunftsweisender Projekte. Von ihm stammt die Bezeichnung Monetative.

Peter Ulrich

Professor für Wirtschaftsethik der Universität St.Gallen, Em. Standardwerk Integrative Wirtschaftsethik. Grundlagen einer lebensdienlichen Ökonomie in mehreren Auflagen und Übersetzungen. – „Dass Geschäftsbanken auf selbst geschöpftem Giralgeld durch Kreditvergabe an die öffentliche Hand (Staatsanleihen) Zinsen zu Lasten der Allgemeinheit verdienen, hat sich im Zeitalter eines entfesselten Finanzkapitalismus als höchst ungerechter Systemfehler erwiesen. Das Vollgeldkonzept geht dieses Problem an der Wurzel an.“

Johann Walter

Professor für Volkswirtschaftslehre an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen. Er ist ein früher Unterstützer des Vollgeldansatzes und findet auch Teilmaßnahmen in diese Richtung erwägenswert, zum Beispiel monetäre Staatsfinanzierung für öffentliche Investitionen (Helikoptergeld/Quantitative Easing for People) oder die Einführung von Vollgeldkonten.
Er sieht die Sache so: „In Form des Bankenkreditgelds dominiert heute eine Art der Geldschöpfung, die Finanzkrisen Vorschub leistet. Vollgeld könnte dagegen relativ leicht in Verhältnisse mit weniger Blasenbildung und Schulden, stabilerer Geldversorgung, besserer öffentlicher Infrastruktur und  gerechterer Verteilung führen.“

Kaoru Yamagouchi

Direktor des japanischen Zentrums für Zukunftsforschung Muratopia. Zuvor Professor für BWL & Economic System Dynamics an der Doshisha University Business School, Kyoto. Kooperiert mit dem American Monetary Institute. Seine Modelle zeigen: „Eine Währungsreform kann Schulden beseitigen ohne Rezession, Arbeitslosigkeit oder Inflation.“

Hans-Christoph Binswanger

( † 18 Jan 2018) Professor Em. für Volkswirtschaftslehre der Universität St.Gallen, Spezialisierung in Umweltökonomik und Geldtheorie. Zahlreiche Publikationen, darunter Geld und Magie (2005) und Vorwärts zur Mäßigung (2009). „Aufs Geld kommt es an! Um sich vorstellen zu können, welche Reformen nötig sind, um eine Minderung des Wachstumszwangs und Wachstumsdrangs zu erreichen, muss … das Geld und die sich ins Unendliche fortsetzende Geldschöpfung … in die Erklärung einbezogen werden.“