Bücher

Gliederung:

  • Einführung in die Vollgeldreformidee

  • Kritik am Geld- und Finanzsystem

  • Geschichte des Geldes

  • Verwandte Reformideen

  • Vertiefung & speziellere Themen mit Geldbezug

Einführung in die Vollgeldreformidee

Thomas Mayer/Roman Huber: Wie Banken Geld aus dem Nichts erzeugen und wie Vollgeld das ändert (2018)

Drücke es einfach aus: An dieser goldenen Regel orientieren sich die Autoren in dem kleinen Büchlein mit nur rund hundert Seiten. Mayer und Huber halten sich nicht lange mit Vorreden oder ideengeschichtlichen Abrissen auf – schon in der Vorrede kommen sie zur Sache, erklären auf nur vier Seiten das heutige Geldsystem, seine Risiken und warum Vollgeld besser ist. Danach geht es mehr ins Detail, aber immer so, dass Laien der Argumentation gut folgen können. Die Autoren erläutern auch die Standpunkte der Kritiker, ohne diese herunter zu machen – und sie zeigen auch, welche Probleme Vollgeld nicht löst. Angenehm: Das Buch ist übersichtlich gegliedert mit Kästen und Grafiken. Und es liefert kompakte Hilfen für das Streitgespräch am Tresen oder im Kollegenkreis. Ein Buch, dass frau und man getrost mit in die Ferien oder ins Wochenende nehmen können, ohne befürchten zu müssen, dass die Lektüre in Arbeit ausartet.

Joseph Huber: Monetäre Souveränität - Geldsystem im Umbruch (2018)

Das staatliche Bargeld befindet sich im Niedergang. Das Geldangebot wird inzwischen allein vom Giralgeld der Banken bestimmt. Hinzugekommen sind neue private Geldsurrogate, besonders Geldmarktfonds-Anteile an den Finanzmärkten sowie zuletzt Kryptowährungen. Perspektivisch droht die Irrelevanz der Geldpolitik. Die Antwort darauf liegt in der Wiederherstellung der staatlichen Geldhoheit durch einen Übergang vom Giralgeld der Banken zu einem allgemein gebräuchlichen Vollgeld der Zentralbanken, sei es als Kontovollgeld oder künftig vielleicht auch als Kryptovollgeld. Diskutiert wird zum einen die komplette Umstellung auf Vollgeld per Stichtag mit Beendigung des Giralgeldprivilegs unter Einbeziehung neuester Erkenntnisse und Entwicklungen. Zum anderen behandelt das Buch ausführlich den von einigen Zentralbanken verfolgten Ansatz, digitales Zentralbankgeld in Koexistenz mit dem Giralgeld einzuführen ('Vollgeld light'). In Darlegung des Für und Wider entwickelt der Autor Prinzipien eines Systemdesigns, durch die sich entscheidet, ob 'digitales Zentralbankgeld für alle' weiterhin das Giralgeldregime stützt oder eine echte Perspektive in Richtung einer Vollgeldordnung eröffnet.

Joseph Huber: Monetäre Modernisierung (2014/2010)

Drücke es einfach aus: An dieser goldenen Regel orientieren sich die Autoren in dem kleinen Büchlein mit nur rund hundert Seiten. Mayer und Huber halten sich nicht lange mit Vorreden oder ideengeschichtlichen Abrissen auf – schon in der Vorrede kommen sie zur Sache, erklären auf nur vier Seiten das heutige Geldsystem, seine Risiken und warum Vollgeld besser ist. Danach geht es mehr ins Detail, aber immer so, dass Laien der Argumentation gut folgen können. Die Autoren erläutern auch die Standpunkte der Kritiker, ohne diese herunter zu machen – und sie zeigen auch, welche Probleme Vollgeld nicht löst. Angenehm: Das Buch ist übersichtlich gegliedert mit Kästen und Grafiken. Und es liefert kompakte Hilfen für das Streitgespräch am Tresen oder im Kollegenkreis. Ein Buch, dass frau und man getrost mit in die Ferien oder ins Wochenende nehmen können, ohne befürchten zu müssen, dass die Lektüre in Arbeit ausartet.

Thomas Mayer & Roman Huber: Vollgeld – Das Geldsystem der Zukunft (2014)

Das Buch versteht sich als "Plädoyer für das Vollgeld", das sehr bewusst in einer einfachen und allgemeinverständlichen Sprache gehalten ist und sich ausdrücklich auch an Nicht-Fachleute wendet. Eine gut lesbare Einführung in die Vollgeld-Welt.

Andrew Jackson & Ben Dyson: Modernising Money (2012)

Modernising Money recounts the history that gave rise to the current state of affairs; shows that 97% of money exists in the form of bank deposits; and discusses the factors that determine how much banks lend, and therefore the size of the money supply. Much of the money created by the banks buys assets that are in limited supply, such as houses, and it therefore creates price bubbles. Too little of it is employed as investment in the productive economy. If the loans are not repaid, then lending stops and a recession is the result. Interest on public and private debt transfers money from the poor to the rich and so increases inequality; and the payment of interest requires climate-changing economic growth: but attempting to reduce the level of debt reduces the money supply and can lead to recession.

Verein Monetäre Modernisierung: Die Vollgeld-Reform (2012)

Diese kurze Einführung wurde anlässlich der Gründung der Schweizer Schwesterorganisation MoMo (Monetäre Modernisierung) in 2012 herausgegeben und enthält Beiträge der Ökonomen Joseph Huber und Hans Christoph Binswanger sowie des Juristen und Rechtstheoretikers  Philippe Mastronardi. Die knapp 80 Seiten eignen sich gut für einen schnellen Überblick.

Joseph Huber & James Robertson: Geldschöpfung in öffentlicher Hand (2008)

Unser heutiges Geld- und Bankensystem beruht immer noch auf dem 500 Jahre alten fraktionalen Reservesystem, das für Metallgeld konzipiert wurde. Heute ermöglichen die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien neue Zahlungspraktiken und den immer schnelleren Umlauf von unbarem Geld, das eigentlich nur eine Forderung auf Geld darstellt und physisch gar nicht mehr existiert.
Joseph Huber und James Robertson greifen in diesem Buch die Ideen früherer Geldthoeretiker auf, erkennen aber auch deren Schwächen. So entstand ein eigenständiger, zeitgemäßer, in sich stimmiger und gut realisierbarer Modernisierungsvorschlag für unser Geldwesen.

Buchbesprechung in der Zeitschrift für Sozialökonomie

Irving Fisher: 100% Geld (2007)

Einer der berühmtesten Ökonomen überhaupt schreibt 1935 unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise ein Buch, das nicht nur deshalb, weil es sein letztes ist, als sein Vermächtnis bezeichnet werden kann. Er macht sich tiefe Gedanken über die Kreditgeldschöpfung und die Rolle der Geschäftsbanken und kommt zu dem Schluss, dass das Problem darin besteht, dass der Staat allenfalls vermeintlich, nicht aber realiter das alleinige Recht auf Schaffung und Schöpfung des öffentlichen Gutes Geld hat. Das wichtige Buch blieb (deshalb?) weitgehend unbekannt und wurde erst 2007 von Klaus Karwat ins Deutsche übertragen.

Buchbesprechung in der Zeitschrift für Sozialökonomie

Kritik am Geld- und Finanzsystem

Norbert Häring: Schönes neues Geld

PayPal, WeChat, Amazon, Google – Uns droht eine totalitäre Weltwährung (2018)

Es ist ja so bequem! Wir haben uns daran gewöhnt, auch Kleinbeträge „mit Karte“ zu bezahlen. Und wir ärgern uns darüber, dass wir in Deutschland – anders als in den skandinavischen Ländern – das Taxi oder das Bier in der Kneipe bar bezahlen müssen. Bargeld hat heute den Ruf des Antiquierten und die Tatsache, dass die Deutschen bei jedem zweiten Kauf die Geldbörse zücken, erscheint als Beweis der Rückständigkeit. Lesen Sie mehr…

Helge Peukert: Das Moneyfest (2015/2013)

Das Moneyfest stellt die Systemfrage und entwickelt eine alternative Sichtweise, die die tatsächliche Instabilität der Finanzmärkte und die Fehler der bisherigen Finanzmarktreformen sichtbar macht. Ferner werden die Ursachen der europäischen Staatsschuldenkrise, die Schwächen der “Rettungsschirme”, der Fiskalpakt und die vielen neuen Reformvorschläge zu einer neuen Architektur der EU-Institutionen im Überblick diskutiert.

Jenseits der üblichen Diskussionsfronten zwischen Markt- und Staatsgläubigkeit werden drastische, einfache, leicht verständliche und robuste Strukturreformen vorgeschlagen: eine Vollgeldreform (Geldschöpfung nur durch die Zentralbank), eine Größenbeschränkung für Banken, die institutionelle Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken, deutlich höhere Eigenkapitalanforderungen, die Aufgabe von Basel III mit seinen komplizierten Risikobewertungsmodellen, substantielle Beschränkungen des Derivatehandels, eine Finanztransaktions- und eine hohe einmalige Reichensteuer zum Rückkauf der Staatsanleihen.

Buchbesprechung im Portal für Politikwissenschaft

Helge Peukert: Die große Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise (2013/2010)

Eine umfassende Untersuchung mit Darstellung der verschiedenen ökonomischen Paradigmen und auch der aktuellen Lösungsvorschläge

Horst Seiffert: Geldschöpfung – Die verborgene Macht der Banken (2014/2012)

Nach Horst Seiffert schöpfen die Banken Geld nicht nur über Kredit und Investment, sondern auch z.B. zur Zahlung ihrer Beschäftigten. Die übliche Bilanzierung verschleiert die wirkliche Gewinnsituation der Banken, meint Seiffert. Das Buch eröffnet eine neue Sicht auf die Bankenwelt.

Bernd Senf: Der Nebel um das Geld (2014/1996)

Ohne Wachstum in die Wirtschaftskrise, mit Wachstum in die Umweltkrise; das sind die Alternativen, die das gegenwärtige Wirtschaftssystem bietet. Ein Ausweg aus diesem Dilemma besteht nach Auffassung einiger Wissenschaftler in einer Korrektur des derzeitigen Geldsystems. Dieser Meinung ist auch Bernd Senf, der seit 1973 als Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule für Wirtschaft in Berlin lehrt.
 
 

Raimund Brichta: Die Wahrheit über das Geld (2013)

Die Wahrheit über Geld? Man kann es in Form von Scheinen oder Münzen anfassen, man verdient es und gibt es aus. Das war es auch schon, oder? Nein, das ist nicht einmal die halbe Wahrheit! Raimund Brichta und Anton Voglmaier graben viel tiefer und stoßen nicht zuletzt auf die Wurzeln der uns seit mittlerweile fünf Jahren beschäftigenden Finanzkrise. Auf dem Weg dahin erklären die Autoren, wie Geld eigentlich in die Welt kommt, welcher Zusammenhang zwischen Vermögen auf der einen und Schulden auf der anderen Seite besteht und warum man unser derzeitiges Weltfinanzsystem niemals nachhaltig und krisenfest ausgestalten kann.

Link zu einer Buchrezension

Matthias Weik & Marc Friedrich: Der größte Raubzug der Geschichte (2013/2012)

Vor unseren Augen findet der größte Raubzug der Geschichte statt, und wir alle sind seine Opfer. Die Reichen in unserer Gesellschaft werden immer reicher, während alle anderen immer ärmer werden. Die Übeltäter – Banken und Versicherungen – werden geschützt, gedeckt und von den Politikern und Notenbankchefs weltweit unterstützt. Dieses Buch zeigt, wie die Finanzindustrie funktioniert und wie sie Risiken und Schulden auf uns Bürger abwälzt.

 

Matthias Weik & Marc Friedrich: Kapitalfehler – Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen (2016)

Großkonzerne, Finanzhaie und hilflose Politiker haben in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass nachhaltiges Wirtschaften zugunsten der Menschen durch nutzlose Bereicherung verdrängt wurde. Wir alle müssen endlich erkennen: Finanzkapitalismus ist schlicht und einfach schlechter Kapitalismus. In ihrem neuen Buch erklären die Bestsellerautoren allgemein verständlich, wie ein vernünftiger Kapitalismus wirklich funktionieren kann – und warum die Finanzmärkte strikt reguliert werden müssen. Werden die Zocker nicht an die kurze Leine gelegt, dann wird sich unser Wohlstand sehr bald in Luft auflösen.

Christoph Pfluger: Das nächste Geld – Die zehn Fallgruben des Geldsystems und wie wir sie überwinden (2015)

Hervorragende Einführung in die Geldthematik mit Breite und Tiefe. Im Buch wird die historische Entwicklung und Bedeutung des Geldsystems dargestellt, werden die verschiedenen Probleme des gegenwärtigen Geldsystems analysiert und Reformmöglichkeiten, unter anderem die Vollgeldreform, aufgezeigt. Eine Besprechung von Klaus Karwat finden Sie hier

Paul Schreyer: Wer regiert das Geld? Banken Demokratie und Täuschung (2016)

Der Journalist Paul Schreyer hat einen gut verständlichen Beitrag zum Verständnis unseres Geldsystems geschrieben, das sowohl die Funktionsweise der Geldschöpfung als auch deutsche und amerikanische Geldgeschichte erläutert. Ein vorab veröffentliches Kapitel zum Thema Staatsschulden können Sie hier lesen. Eine Besprechung von Klaus Karwat finden Sie hier.

Geschichte des Geldes

David Graeber: Schulden – die ersten 5000 Jahre (2012)

Seit der Erfindung des Kredits vor 5000 Jahren treibt das Versprechen auf Rückzahlung Menschen in die Sklaverei. Die Geschichte der Menschheit erzählt David Graeber als eine Geschichte der Schulden: eines moralischen Prinzips, das nur die Macht der Herrschenden stützt. Damit durchbricht er die Logik des Kapitalismus und befreit unser Denken vom Primat der Ökonomie. Dabei stützt er sich auf viele kulturhistorische und ethnologische Erkenntnisse.

Buchbesprechung in der Zeitschrift für Sozialökonomie

Eske Bockelmann: Das Geld: Was es ist, was uns beherrscht (2020)

Geld regiert die Welt, und die von ihm regierte Welt droht in einer Katastrophe zu enden – sozial und ökologisch. Doch warum bestimmt das Geld überhaupt über den Lauf der Welt? Worin besteht seine Herrschaft, dass selbst die mächtigsten Regierungen vor ihm strammstehen und wir uns kaum vorstellen können, dass es je anders gewesen sein könnte? In seiner grandiosen Schilderung, wie das Geld in die Welt kam, zeigt Eske Bockelmann entgegen den heute gängigen Überzeugungen, dass sich dieses besondere Tauschmittel erst im Europa des Spätmittelalters durchgesetzt hat. Mit einem ungewöhnlich genauen Blick auf die Geschichte und Ethnologie des Wirtschaftens arbeitet sie die Unterschiede zu vormonetären Gemeinwesen und ihrem sozialen Zusammenhalt ohne Geld heraus und beleuchtet die Etablierung der Marktwirtschaft in den freien Städten des späteren Mittelalters bis hin zum Platzen der ersten Finanzblase. Und mit dieser Herleitung des Geldes gelingt es endlich, auch das scheinbar ewige Rätsel zu lösen: was Geld überhaupt ist – und wie es zusammenhängt mit Wert und Kapital, Spekulation und Krise, Staat und Gesellschaft.

Beitrag des Money Museums

Christina von Braun: Der Preis des Geldes: Eine Kulturgeschichte (2012)

Christina von Braun stellt die Frage in den Mittelpunkt, warum wir an die Macht eines Systems glauben, das kaum jemand mehr versteht. Seit seiner Entstehung hat das Geld einen immer höheren Abstraktionsgrad erreicht: von der Münze über Schuldverschreibungen, Papiergeld bis zum elektronischen Geld. Inzwischen ist der größte Teil des Geldes Kreditgeld, basierend auf Hoffnung, Glauben, Versprechen. In der Ökonomie gibt es einen breiten Konsens darüber, dass das Geld keiner Deckung bedarf. Christina von Braun vertritt die Gegenthese: Das moderne Geld, das keinen materiellen Gegenwert hat, wird durch den menschlichen Körper ‚gedeckt’.

Rezension im Deutschlandfunk

Stephen Zarlenga: Der Mythos vom Geld – die Geschichte der Macht (1999)

Ein Standardwerk der Geldgeschichte, nach dessen Lektüre man das aktuelle Geldsystem besser verstehen kann. Der Autor ist der Gründer des American Monetary Institute (AMI), unserer amerikanischen Schwesterorganisation.

Verwandte Geldreformideen

Timm Gudehus: Neue Geldordnung – Notwendigkeit, Konzeption und Einführung (2016)

Timm Gudehus begründet in diesem essential die Notwendigkeit einer neuen Geldordnung und beschreibt ihre Vorteile und Chancen. Die Ausführungen sollen dazu anregen, die vorliegenden Vorschläge für eine neue Geldordnung kritisch zu prüfen, bessere Lösungen zu entwickeln, die Einführungsmöglichkeiten zu diskutieren und offene Fragen zu beantworten. Das Werk richtet sich an alle, die verstehen wollen, wie das heutige Geldsystem funktioniert, und die an der Entwicklung und Einführung einer Geldordnung mitwirken möchten, mit der sich die zentralen Probleme des heutigen Geldsystems beheben und die Gefahren unseres Wirtschafts- und Finanzsystems begrenzen lassen.

Jürgen Kremer: Geld ohne Schuld – Geldsysteme und Vollgeldreform (2016)

Kremer analysiert das bestehende Geldsystem und legt ein besonderes Augenmerk auf die steigende Staatsverschuldung. Er diskutiert die Vollgeldreform als Lösungsansatz, plädiert aber schließlich für ein System, in dem sich die Banken das Geld zur Kreditvergabe zu 100% von der Zentralbank leihen müssen.

Die Rezension unseres Mitglieds Kai Bronner finden Sie hier.

Thomas Mayer: Die neue Ordnung des Geldes – Warum wir eine Geldreform brauchen (2014)

Der ehemalige Chefökonom der Deutschen Bank plädiert für ein “Aktivgeld”: Geld soll also nicht mehr wie bisher lediglich Verbindlichkeit der Banken auf Auszahlung von Geld sein, sondern als Aktivumin Bankbilanzen verbucht werden (so wie bei anderen Unternehmen auch). Er plädiert am Schluss des Buches allerdings für die freie Konkurrenz von verschiedenen Aktivgeld-Währungen (anders als wir, die wir ein öffentliches Monopol für die Schöpfung von gesetzlichem Zahlungsmittel fordern). Trotzdem ein lesenswertes Buch!!

Beitrag dazu im SPIEGEL

Christian Felber: Geld – Die neuen Spielregeln (2014)

Felber plädiert für eine Vollgeldreform, die er in eine umfassende Demokratisierung des Geldsytems einbetten will. Der Weg dorthin führt für Felber über einen demokratischen Geldkonvent, bei dem die Bürgerinnen und Bürger selbst über das zukünftige Geldsystem abstimmen.

Jonathan McMillan: The end of banking – Money, credit, and the digital revolution (2014)

McMillan ist das Pseudonym eines Autorenpaares, bestehend aus einem Investmentbanker und einem Wirtschaftswissenschaftler. Sie betonen die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Finanzwesen und die Rolle des Schattenbankensektors: Über eine Kette von Bilanzen kann auch ohne Banklizenz Kredit in Geld(substitute) verwandelt, d.h. in den Worten der Autoren „banking“ betrieben werden. Um dies grundsätzlich für alle Unternehmen unmöglich zu machen, schlagen sie eine neue Solvabilitätsregel („systemic solvency rule“) vor. Eine ausführliche Buchbesprechung unseres Mitglieds Timm Gudehus finden Sie hier.

Margrit Kennedy: Occupy Money – Damit wir zukünftig ALLE die Gewinner sind (2011)

Seit über 25 Jahren setzt sich die bekannte und renommierte Geldexpertin Margrit Kennedy für neue Geld entwürfe ein. Ihre Bücher sind weltweit zu Longsellern geworden. Nun legt sie mit Occupy Money ein visionäres Plädoyer vor für ein Geldsystem, das den Menschen dient und nicht nur dem Profit. Ihre Lösungsansätze liefern die Argumentation für eine neue Bewegung, die aus der Gesellschaft entsteht und Druck auf Politik und Wirtschaft ausübt, um der Finanzkrise endlich ein Ende zu setzen.

Buchbesprechung der MONETTA

Vertiefung & Speziellere Themen mit Geldbezug

Frank Niessen: Entmachtet die Ökonomen! Warum die Politik neue Berater braucht (2016)

Niessen, der selbst studierter Ökonom ist, kritisiert in diesem Buch die Disziplin der Wirtschaftswissenschaften, die sich von einer Sozialwissenschaft zur Pseudo-Naturwissenschaft entwickelt hat. Hier finden Sie die Rezension unseres Vorstandsmitglieds Klaus Karwat.

Gerhard Riehle: Eurokrise – Verzicht auf den Euro als Chance für Europa (2016)

Die Europäische Währungsunion befindet sich in einer für Europa gefährlichen Krise. Anstatt eine Konvergenz der sozio-ökonomischen Strukturen zwischen den Teilnehmerstaaten zu erreichen und so den europäischen Einigungsprozess zu festigen, bietet die Eurozone heute im Innern ein Bild wirtschaftlicher, sozialer und politischer Verwerfungen. Die Unterschiede zwischen den Euro-Staaten sind größer, die politischen Beziehungen konfliktträchtiger geworden. In der interdisziplinär angelegten Studie von Gerhard Riehle werden Gründe und Umfang der Fehlentwicklungen, die daraus resultierenden finanziellen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen und kritische Kollateralfolgen dokumentiert aufgezeigt. Als Ausweg aus der Krise wird vorgeschlagen, die Währungsunion einvernehmlich zu beenden. Diese Lösung setzt auf das Interesse der Euro-Länder, zur Staatsraison zählende Kernelemente ihrer kulturellen Identität zu bewahren und einen Zerfall der weit wichtigeren Europäischen Union zu vermeiden.

Die Rezension unseres Mitglieds Timm Gudehus finden Sie hier.

Hans Christoph Binswanger: Die Wachstumsspirale: Geld, Energie und Imagination in der Dynamik des Marktprozesses (2013/2009)

Die Wirtschaft wächst. Doch muss sie, kann sie oder soll sie immer weiter wachsen? Gibt es einen Wachstumszwang? Wenn ja, kann das Wachstum wenigstens so gemäßigt werden, dass durch zusätzliche Maßnahmen eine nachhaltige Entwicklung möglich wird? Zur Beantwortung dieser Fragen bietet die Theorie der “Wachstumsspirale” einen neuen Zugang. In die Betrachtung wird die Dynamik des Geldes, die Leistung der Natur und der Imagination einbezogen. Dies eröffnet die Möglichkeit, wirtschaftliches Wachstum differenzierter zu analysieren und zu bewerten als es in der konventionellen bzw. neoklassischen Theorie möglich ist.

Besprechung der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Bernard Lietaer u.a. (Club of Rome): Geld und Nachhaltigkeit (2013)

Unser derzeitiges Geldsystem wird üblicherweise als alternativlos angesehen – dabei ist es überholt, marode und völlig ungeeignet für die Bewältigung der aktuellen Krise in der Eurozone. Wie jede andere Monokultur ist es zunächst profitabel, auf längere Sicht führt es jedoch unweigerlich zu einem ökonomischen und ökologischen Desaster. Die Alternative ist ein ‘monetäres Ökosystem’ mit Komplementärwährungen, die sich bereits vielfach in der Praxis als flexibel, belastbar, fair und nachhaltig bewährt haben. Dieser neue Report analysiert unser gegenwärtiges Geldsystem und die damit verbundenen Denkfehler. Die Autoren beschreiben die katastrophalen ökologischen, sozioökonomischen und finanziellen Probleme, mit denen wir weiterhin konfrontiert sein werden, wenn wir keine radikalen Änderungen vornehmen.

 

Richard Werner: Neue Wirtschaftspolitik – Was Europa aus Japans Fehlern lernen kann (2007)

Im Jahr 1990 erlebte Japan eine nie gekannte Wirtschaftskrise. Binnen Jahresfrist verlor der Nikkei-Index über 40 Prozent. Die fallenden Börsen schlugen bis auf den Immobilienmarkt durch. Banken sperrten Kredite, Firmen mussten Insolvenz anmelden, Grundstückspreise fielen, bis sie 1996 in den Städten 50 Prozent unter den Höchstwerten vor 1990 lagen. Noch heute spürt Japan die Folgen dieser Krise. Richard A. Werner war über ein Jahrzehnt in Japan und erlebte hautnah das Entstehen dieser Krise und die Versuche, die Rezession zu bekämpfen, mit. In seinem Werk zieht er die Parallelen zwischen der damaligen Situation in Asien und unserer heutigen in Europa. Er zeigt, mit welchen politischen und wirtschaftlichen Strategien, Japan der damaligen Situation Herr zu werden versuchte, welche Fehler gemacht wurden und was erfolgreich war.

Timm Gudehus: Dynamische Märkte (2015/2007)

Das Buch behandelt die Theorie und Praxis sowie den Nutzen des Marktes für Unternehmen und Gesellschaft. Es richtet sich an Manager, Betriebswirte und Wirtschaftsingenieure, die für Absatz, Beschaffung und Produktion verantwortlich sind, sowie an Forscher, Lehrer und Studierende der Wirtschaftswissenschaften, des Wirtschaftsrechts und der Wirtschaftspolitik. Die aus der Praxis heraus entwickelte Logik des Marktes zeigt neue Lösungsansätze für aktuelle Probleme, gibt Anstöße für die analytische Ökonomie und regt zum Weiterdenken an.

eine Besprechung von Kapitel 19 zum Thema Geldsystem finden Sie hier

Raimund Dietz: Geld und Schuld (2015/2011)

Raimund Dietz spannt in seinem neuen Buch: Geld und Schuld den Bogen von einfachen Grundvorgängen des Gebens und Nehmens, Ausgleichens und Nichtausgleichens (Schuldenmachen) bis zur heutigen Finanzkrise als Überschuldungskrise. Das Buch setzt sich kritisch mit der Wirtschaftstheorie – im Kern einer Theorie ohne Geld – auseinander und entwickelt einen Ansatz zur Überwindung des zentralen Defizits der Ökonomik: Geld. An die Stelle einer Theorie, deren Idol die Robinsonade ist, setzt Raimund Dietz eine ökonomische Theorie der modernen Zivilisation und des Bürgers.

Buchbesprechung von Helge Peukert

Michael Hudson: The bubble and beyond – Fictitious capital, debt deflation and global crisis (2014/2012)

 

Hudson trennt für seine Analyse den sogenannten „FIRE“-Sektor (Finance, Insurance, Real Estate) von der restlichen Wirtschaft ab und beschreibt klar und verständlich die Wirkungsmechanismen von Schuld und Zins im Finanzkapitalismus. Sein Fokus liegt auf der Situation in den USA, wo ca. 80% der Bankkredite Hypotheken sind – bereits 2006 machte er auf die Blase im US-Immobilienmarkt aufmerksam. Lösungsansätze sind die Besteuerung ökonomischer Rente und die einfache, aber provokante und weitreichende Aussage: „Debts that can’t be paid, won’t be.“

Norbert Häring: Die Abschaffung des Bargelds und die Folgen – Der Weg in die totale Kontrolle (2016)

Ein unbedingt lesenswertes Buch, das unser Geldsystem, seine großen Gefahren und die dort agierenden Personen anschaulich erklärt, aber auch seinen persönlichen Widerstand gegen die Abschaffung des Bargelds schildert. Ein Widerstand, zu dem er uns in diesem Buch alle ermutigt, bevor uns die “Anti-Bargeld-Connection” beherrscht und lückenlos überwacht.

Hier die Rezension unseres Vorstandsmitglieds Klaus Karwat.